10 Irrtümer: Altersvorsorge für Frauen

Wie steht es um deine Altersvorsorge? Wenn du jetzt mit den Schultern zuckst, keine Bange, denn damit bist du nicht allein. Viele Frauen sorgen seltener vor als Männer. Vielleicht weil sie sich vor dem Thema scheuen oder sich gar nicht bewusst sind, dass sie etwas tun sollten. Wir möchten an dieser Stelle mit einigen Irrtümern rund um die Altersvorsorge für Frauen aufräumen und dir Mut machen, deine finanzielle Zukunft selbstbestimmt in die Hand zu nehmen.

1. Die gesetzliche Rente reicht für meine Altersvorsorge aus

Grundsätzlich besteht das Rentensystem in Deutschland aus drei Schichten: 

Rentensystem Deutschland

Viele Menschen denken, dass die gesetzliche Rentenversicherung allein ausreicht, um im Alter eine gute Rente zu beziehen. Doch beim Blick auf dieses System wird deutlich, dass der Staat mit der gesetzlichen Rentenversicherung in der Regel nur die Basis für den Ruhestand schafft. Da diese jedoch nur einen Teil des Vorsorgesystems darstellt, reicht bei vielen die gesetzliche Rente allein nicht aus, um den jetzigen Lebensstandard auch im Alter halten zu können.

Diese sogenannte Versorgungs- oder Rentenlücke, also die finanzielle Diskrepanz zwischen deiner gesetzlichen Rente und dem Betrag, den du für einen komfortablen Lebensabend brauchst, gilt es mit einer zusätzlichen privaten Absicherung zu schließen. 

2. Die private Altersvorsorge ist zu teuer

Eins vorweg: Dass Frauen weniger verdienen als Männer, ist ein Fakt. Die sogenannte Gender Pay Gap (Lohnlücke) ist belegt und betrug im vergangenen Jahr (2020) durchschnittlich 18 Prozent. Die Ursachen für diese Verdienstunterschiede sind vielfältig. So kommt es bei Frauen beispielsweise durch Erziehungszeiten häufiger zu Unterbrechungen im Erwerbsleben, die Teilzeitquote liegt bei Frauen höher als bei Männern oder auch geschlechtsspezifische Vorlieben bei der Berufswahl können dazu beitragen. Oftmals liegt es schlichtweg daran, dass Frauen niedrigere Löhne als Männer erhalten – und das bei gleicher Qualifikation. Letztendlich bedeutet ein geringeres Einkommen weniger Rente und eine niedrigere Sparquote.

Doch nun zu den guten Nachrichten: Du kannst bereits ab 25 Euro im Monat über fondsgebundene Rentenversicherungen deinen Vermögensaufbau für das Alter angehen. Natürlich können 25 Euro für die eine viel Geld, für die andere „Peanuts“ sein. Überlege dir daher, ob du an der einen oder anderen Stelle im Alltag sparen könntest, etwa beim Einkaufen oder bei verschiedenen Verträgen wie Handy, Streaming und Co. Oder hast du vielleicht die Möglichkeit, dir einen kleinen Nebenverdienst aufzubauen?

Wie viel Geld du insgesamt in die Schließung deiner persönlichen Rentenlücke investieren solltest, kann ein Finanzexperte individuell für dich ermitteln.

Du bist dir nicht sicher, wie gut du in Sachen Rente aufgestellt bist?

Wir helfen dir dabei, deine Rentenlücke zu identifizieren, sodass du von deiner Altersvorsorge den nötigen Rückenwind für dein selbstbestimmtes Leben bekommst. 

3. Mein Partner ist meine Altersvorsorge

Klar, die rosarote Brille in der Liebe gehört einfach dazu und zusammen mit den Schmetterlingen im Bauch ist es doch das schönste Gefühl auf Erden. Doch besonders beim Thema Finanzen solltest du in einer Beziehung ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurückkommen. Zu einer guten Partnerschaft zählt zwar, dass beide füreinander da sind – auch finanziell –, doch die Realität sieht oft noch so aus, dass Frauen viel zurückstecken. Sie arbeiten öfter in Teilzeit oder gar nicht, um sich beispielsweise um die Kindererziehung oder die Pflege Angehöriger zu kümmern. Das mag der Partner in einer funktionierenden Beziehung ausgleichen, doch im Hinblick auf die Rente wird die Altersvorsorge der Frau noch zu oft vernachlässigt.

Besonders kritisch wird es, wenn die Beziehung nicht hält. Im Falle einer Scheidung wird zwar meist richterlich über die Teilung von bestehenden Versorgungsanwartschaften entschieden. Das bedeutet, dass bis dahin aufgebaute Rentenansprüche in der Regel zwischen den Ehepaaren geteilt werden. Doch nach der Trennung müssen zuvor geteilte Kosten für Wohnung, Nebenkosten, Versicherungen und Co. allein getragen werden. Dann bleibt nicht nur weniger Geld, um die eigene Altersvorsorge aufzubessern, sondern es geht später auch mehr von der sowieso schon niedrigeren Rente ab. Vielleicht kommt dann noch dazu, dass du als Mutter weiterhin in Teilzeit arbeitest, um genügend Zeit für deine Kinder zu haben.

Daher gilt es für dich als Frau, deine Altersvorsorge selbstbestimmt in die Hand zu nehmen, offen mit deinem Partner über Finanzen und Vorsorge zu sprechen und eine passende Lösung zu finden.

4. Kindererziehung wird von der gesetzlichen Rentenversicherung honoriert

Grundsätzlich stimmt es, dass bestimmte Kindererziehungszeiten vom Staat in der gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet werden, als wären weiterhin Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt worden. Diese müssen jedoch selbst beantragt werden. Die Höhe der Beiträge orientiert sich dabei am Durchschnittsverdienst aller Versicherten. Umgerechnet bedeutet dies, dass aktuell ein Jahr Kindererziehungszeit ca. 30 Euro Rente pro Monat bringt.

Auch hier gilt also: Verlasse dich nicht allein auf den Staat, sondern werde tätig und stocke privat auf. Und rede vor allem mit deinem Partner darüber, wer welche Erziehungszeiten nimmt und wie ein Ausgleich aussehen kann, damit du am Ende nicht das Nachsehen bei der Rente hast. 

5. Kinderbetreuungskosten rechnen sich nicht

Auf den ersten Blick erscheinen vielen die Betreuungskosten für Kinder vielleicht sehr hoch. Manch eine Frau mag dies davon abhalten, in Vollzeit in den Job zurückzukehren. Dennoch solltest du dabei nicht vergessen, welche Auswirkungen dies auf deine spätere Rente haben kann. Rechne dir daher konkret aus, ob es nicht besser wäre, doch wieder in Vollzeit zu arbeiten.

Natürlich ist es nicht immer einfach, den Nachwuchs die gesamte Zeit betreuen zu lassen. Vielleicht willst du es auch aus Prinzip nicht oder dein Kind hat besondere Bedürfnisse. Überlege dir dennoch genau, welche Auswirkungen deine Entscheidung auf deine spätere Rente haben wird und wie du eventuelle Defizite ausgleichen könntest. Außerdem solltest du bedenken, dass sich Kinderbetreuungskosten bei Vorliegen aller Voraussetzungen in Teilen von der Steuer absetzen lassen. Ganz zu schweigen davon, dass viele Frauen ihre Arbeit erfüllt und eine willkommene Abwechslung zum Familienalltag bietet.

Egal, wie du dich entscheidest: Für jede Frau ist etwas anderes „richtig“. Wichtig ist nur, dass du dir aller Vor- und Nachteile sowie Konsequenzen bewusst bist.

6. Ich habe keine Ahnung von Finanzen und Altersvorsorge

Laut dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung verfügt die Mehrheit der Frauen tatsächlich über ein geringeres Finanzwissen als Männer. Teilweise mangelt es ihnen aber schlichtweg an Selbstvertrauen in das eigene Wissen und Können. Das führt dazu, dass Frauen ihr Finanzwissen häufig geringer einschätzen, als es in Wirklichkeit ist, und dies hält sie leider auch davon ab, für das Alter vorzusorgen.

Daher: Schluss mit der falschen Bescheidenheit, ran an die Finanzthemen und mit Frauenpower auf in die selbstbestimmte Zukunft! Es gibt immer mehr Möglichkeiten, sich in Sachen Finanzen und Vorsorge weiterzubilden, und bestimmt ist irgendwo das Richtige für dich dabei – sei es ein Buch vor dem Schlafengehen, ein Podcast während der Autofahrt zur Arbeit oder ein Workshop am Wochenende. Oder du rufst in deinem Freundeskreis einen kleinen Finanzklub ins Leben. Denn zusammen lassen sich solche Themen einfacher und spielerischer angehen. So weiß die eine vielleicht mehr über das Thema Fonds, eine andere mehr über das Thema Altersvorsorge.

Grundsätzlich gilt: Du musst nicht alles können, doch ein gewisses Grundverständnis kann vieles erleichtern. Und natürlich kann es immer helfen, Expertenrat einzuholen, um finanzielle Potenziale zu identifizieren und Unterstützung bei der Umsetzung von Maßnahmen zu erhalten. Eine persönliche und individuelle Beratung bringt genau das.

Du möchtest deine private Altersvorsorge angehen?

Unsere Expertinnen und Experten beraten dich gern und finden für dich maßgeschneiderte Vorsorgelösungen passend zu deinen Bedürfnissen. 

7. In meinem Minijob brauche ich keine Rentenversicherung

Im letzten Jahr waren in Deutschland mehr als sieben Millionen Menschen in 450-Euro-Jobs tätig. Ganze 60 Prozent davon waren Frauen. Minijobs bieten meist wenige Arbeitsstunden pro Woche bei gleichzeitiger Flexibilität. Dadurch sind Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen besser zu bewältigen, was häufig von Frauen übernommen wird.

In Bezug auf die Rente stellen Minijobs und andere kleine Aufträge in der sogenannten Gig-Economy jedoch ein Risiko dar, denn teilweise sind sie gar nicht sozialversicherungspflichtig. Bei Minijobs besteht seit 2013 eine Rentenversicherungspflicht, von der man sich jedoch befreien lassen kann. Dann bekommst du zwar mehr ausgezahlt, gefährdest jedoch einen finanziell abgesicherten Lebensabend. Hier gilt es also, genau zu überlegen, welche Folgen die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht haben kann. 

8. Ich mache mir später Gedanken über meine Altersvorsorge

Mit 18 oder 20 Jahren scheint die Rente noch weit entfernt. Reichlich Zeit, sich Gedanken über die Altersvorsorge zu machen, richtig? Nein. Zum einen läufst du Gefahr, das Thema völlig aus den Augen zu verlieren, und zum anderen profitierst du, wenn du früh startest. Zudem sind die Beiträge geringer, die du investieren musst, um deine Rentenlücke zu schließen, und der Zinseszins sorgt zusätzlich dafür, dass dein angelegtes Geld immer höhere Erträge bringt. Daher ist die Antwort, wann der richtige Zeitpunkt ist, sich mit der eigenen Altersvorsorge zu beschäftigen immer: gestern. 

9. Bei mir ist es zu spät für eine private Altersvorsorge

Natürlich kommt es darauf an, wie alt du bist, doch selbst mit 40 Jahren ist es noch nicht zu spät, um deine private Altersvorsorge in Angriff zu nehmen. Immerhin bleiben dir im Schnitt noch immer 27 Jahre, um zu sparen und das Ersparte zu vermehren. Diese private Altersvorsorge sieht dann vielleicht anders aus, als sie für dich vor 20 Jahren ausgesehen hätte, doch es gibt durchaus Möglichkeiten, mit denen du dennoch optimistisch deiner Rente entgegensehen kannst. Welche Form der Altersvorsorge für dich am sinnvollsten ist und inwiefern eine staatlich geförderte Vorsorge zum Tragen kommen kann, hängt von verschiedenen Faktoren (z. B. Alter, Einkommen, Beruf, Kinder, Vermögen), der gewünschten Rentenhöhe und deiner persönlichen Risikoneigung ab.

Eine persönliche und individuelle Beratung kann dir helfen, den richtigen Weg in eine selbstbestimmte Zukunft zu finden.

Besser spät als nie

Wir beraten dich, wie du auch verspätet deine Altersvorsorge angehen kannst. 

10. Ich brauche keine Rente, da ich so lange arbeiten muss, bis ich sterbe

Das ist sehr pessimistisch gedacht und formuliert. Indem du dich rechtzeitig um deine Altersvorsorge kümmerst und jetzt lieber auf das eine oder andere verzichtest, kannst du dir das sportliche Ziel setzen, schon mit 50 Jahren in Rente zu gehen. Oder in diesem Alter zumindest nur noch in Teilzeit zu arbeiten.

Die Höhe deiner Rente hängt davon ab, wie sehr du dich jetzt einschränken kannst und willst und wie klug du dein Erspartes für deinen Vermögensaufbau nutzt. Auch hier gilt: Informiere dich und lassen dich beraten! 

Fazit

  • Die gesetzliche Rente ist nur die Basis für deinen Ruhestand und deine Rentenlücke zu schließen, liegt in deiner Hand.
  • Bereits mit 25 Euro pro Monat kannst du deine private Altersvorsorge starten.
  • Ein Partner ist keine Altersvorsorge. Werde selbst tätig und rede mit deinem Partner über Finanzen und Vorsorge, damit du als Frau nicht das Nachsehen haben.  
  • Kindererziehung wird nicht genug in der gesetzlichen Rentenversicherung honoriert.
  • Kinderbetreuungskosten sind nicht günstig, doch ein Vollzeitjob zahlt sich in der Rente aus.
  • Eigne dir zumindest ein Grundverständnis für Finanzthemen an und nimm die Hilfe von Fachleuten in Anspruch, wo du sie benötigst.
  • Auf die Rentenversicherungspflicht im Minijob solltest du nicht leichtfertig verzichten.
  • Es ist nie zu früh, dich um deine Altersvorsorge zu kümmern.
  • Es ist nie zu spät, dich um deine Altersvorsorge zu kümmern.
  • Eine gute Altersvorsorge kann dir helfen, früher in Rente zu gehen.

Da du nun weißt, wie die Realität in der Altersvorsorge für Frauen aussieht, wird es Zeit, dass du Nägel mit Köpfen machst. Denn mit Frauenpower kannst du deinen finanziellen Kurs bestimmen – auch in der Zukunft. 

Ergreife die Chance – schon jetzt für später!

Wir beraten dich gerne und geben dir Rückenwind für deine Altersvorsorge.