Fondsmanager Dr. Bert Flossbach:

„Gold ist eine gute Versicherung“

Herr Dr. Flossbach, Gold gilt als Krisenwährung. Der Weltwirtschaft geht es derzeit blendend, lohnt es sich da überhaupt, Edelmetall zu kaufen?
Gold ist eine Versicherung für die uns bekannten und unbekannten Risiken des Finanzsystems – und sollte fester Bestandteil eines breit diversifizierten Vermögens sein. Unabhängig davon, wie es der Weltwirtschaft derzeit geht.

Fondsmanager Dr. Bert Flossbach
Dr. Bert Flossbach, Gründer und Vorstand der Fondsgesellschaft Flossbach von Storch

In den vergangenen Monaten hat die US-Notenbank die Leitzinsen peu à peu angehoben. Macht das Gold als Investment nicht unattraktiv, weil es im Vergleich zu anderen Anlageformen keine Zinsen abwirft?
Wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Eine Zinswende wird es so bald nicht geben. Zumindest keine, die den Namen auch verdient. Man kann also nicht sagen, dass Goldbesitzern Einnahmen in nennenswerter Höhe entgehen.

Andererseits zieht die Inflation weltweit an, was Sachwerte wie Gold als sicheres Wertaufbewahrungsmittel begehrlicher macht. Welcher Effekt wiegt stärker?
Der Versicherungsschutz. Sollte die Inflation deutlich zulegen, werden die Notenbanken angesichts der horrenden Staatsschulden den Zins nicht im gleichen Maß nachziehen können. Besitzer festverzinslicher Wertpapiere wie Anleihen werden schleichend enteignet. In einem solchen Umfeld dürfte es kein Schaden sein, einen Teil des Vermögens in Gold angelegt zu haben.

Welche Rolle spielt die Nachfrage nach Gold aus China oder Indien, wo das Metall vor allem in Form von Schmuck verkauft wird?
In diesen Ländern hat Gold eine ganz andere Bedeutung als in Europa. Dort ist es ein Zeichen von Wohlstand. Das wachsende Einkommen der Mittelschicht treibt die Nachfrage, die letztlich den Goldpreis stützt.

Gold hat sich in den letzten zwölf Monaten um knapp zehn Prozent verteuert – in Dollar gerechnet. Wer sein Edelmetall vor einem Jahr mit Euro bezahlte, hat jedoch keinen Gewinn gemacht. Wird der Wechselkurs zwischen den großen Leitwährungen für Investoren wichtiger als der Goldpreis selbst?
Er war nie unwichtig. Das gilt aber nicht nur für Gold, sondern auch für andere Anlageklassen.

Welchen Anteil sollte Gold im Depot eines Privatanlegers ausmachen?
Das kommt auf den jeweiligen Anleger an. Die Goldquote in unserem Fonds Multiple Opportunities beispielsweise beträgt derzeit rund zehn Prozent. Damit fühlen wir uns wohl.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, in Gold zu investieren: Münzen oder Barren, Aktien von Goldminen, spezielle Investmentfonds. Was sind Ihre Favoriten?
Als Versicherung Münzen und Barren. Wir sprechen daher auch von Sicherheitsgold. Goldminenaktien dagegen erfüllen diese Funktion nicht. Sie bergen dieselben Unternehmensrisiken wie andere Aktien. Was nicht bedeutet, dass sie uninteressant sind. Es kommt auf das Chance-Risiko-Verhältnis an.

 Goldene Zeiten?

In den vergangenen fünf Jahren kostete die Feinunze Gold zwischen 1.200 und 1.700 Dollar. Zurzeit sind es rund 1300 Dollar. Bei welchem Preis sollten Investoren ein- und wann aussteigen?
Ein Investor, der vor allem wegen der Versicherungsfunktion in Gold investiert, denkt nicht in Euro oder US-Dollar, sondern in Unzen und Barren. Und die verändern ihr Gewicht nicht.

Lässt sich Gold in Form von Aktien als „Versicherung“ in Ihrem Investmentdepot einsetzen?
Fordern Sie jetzt Ihre Beratung an. Wir freuen uns auf Sie.

Die Anlage in Gold ist auch mit Verlustrisiken verbunden. Die Wertentwicklung der Vergangenheit kann kein Maßstab für die Zukunft sein. Im Übrigen spiegeln die hier dargestellten Aussagen die Ansichten von Herrn Dr. Flossbach und nicht von Proventus wieder. Das Interview wurde am 08.01.2018 geführt.


Fotonachweis: istockphoto.com/ Olivier Le Moal
Grafik „Goldene Zeiten?“: MADSACK Medienagentur