Ausbildung oder Studium - was tun nach dem Schulabschluss?

Ausbildung oder Studium?
Wer seine Interessen kennt und weiß, in welche Richtung er beruflich gehen möchte, hat bereits den ersten Schritt getan. Nun gilt es jedoch, sich für einen Weg zu entscheiden - den stärker praktisch oder theoretisch orientierten. Doch nicht nur die fachlichen Stärken sind hierbei von Belang, auch die persönlichen Stärken sollten berücksichtigt werden. Zum Beispiel, ob man sich gern theoretisch mit Themen auseinander setzt oder besonders Freude an handwerklicher Arbeit hat.

Beides hat seine Vor- und Nachteile. Bei einer betrieblichen Ausbildung ist man direkt in den Arbeitsalltag eingebunden und legt sich teilweise recht eng auf einen bestimmten Beruf oder ein bestimmtes Tätigkeitsfeld fest, wohingegen man bei einem Studium mitunter mehr Flexibilität genießt und in Praktika verschiedene Berufsfelder kennenlernen kann. Jedoch ist das Studium im Gegensatz zur Ausbildung in der Regel mit höheren Kosten verbunden und fordert oftmals ein hohes Maß an Selbstständigkeit.

Manche Berufe erfordern zwingend ein Studium, wie beispielsweise eine Tätigkeit als Arzt oder Anwalt. Wer im ersten Anlauf keinen Studienplatz erhält oder keine schulische Hochschulzugangsberechtigung hat, für den kann eine Berufsausbildung von Vorteil sein. Oftmals werden die Wartesemester angerechnet oder aber man erwirbt mit der abgeschlossenen Berufsausbildung einen fachgebundenen Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte1. Über die genauen Zulassungsvoraussetzungen informiert man sich am besten an der jeweiligen Hochschule.

Wer sich noch nicht sicher ist, welche berufliche Richtung er wählen und welchen Ausbildungsweg er gehen soll, dem stehen online einige Hilfen zur Verfügung. So bietet das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein Informationsportal2 zur Berufsausbildung, ebenso das Bundesinstitut für Berufsbildung3. Wer noch auf der Suche nach dem passenden Studiengang ist, dem kann der Hochschulkompass4 der Hochschulrektorenkonferenz helfen.

Warum nicht Ausbildung und Studium in einem?
Geht das? Klar, mit einem dualen Studium. Hier werden Theorie und Praxis kombiniert, sodass man neben dem Studium an einer Hochschule oder Berufsakademie gleichzeitig eine Ausbildung in einem Unternehmen absolviert. Dabei wechseln sich die Theoriephasen an der Hochschule mit den Praxisphasen in der Firma ab. Es gilt jedoch zu bedenken, dass ein solches duales Studium hohe Anforderungen stellt, unter anderem auch aufgrund der Tatsache, dass es keine Semesterferien gibt, in denen man sich auf Klausuren und Prüfungen vorbereiten könnte. Bei dieser Ausbildungsart erhält man in der Regel den regulären Urlaubsanspruch, also mindestens 24 Arbeitstage pro Jahr. Weitere Informationen zu den verschiedenen Ausgestaltungen eines dualen Studiums (ausbildungsintegrierend, berufsintegrierend, praxisintegrierend), den Voraussetzungen und weitere Fakten stehen zum Beispiel auf der Website des Hochschulkompasses5 zur Verfügung.

Ausbildung und Studium finanzieren.

Money, money, money
Doch auch der finanzielle Aspekt sollte dabei nicht aus den Augen verloren werden. Während man bei einer Ausbildung bereits ein erstes, zumeist kleines Gehalt bezieht, ist ein Studium oftmals mit höheren Kosten verbunden. Neben den teilweise anfallenden Semestergebühren - von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich hoch - sind es hier insbesondere die Lebenshaltungskosten, die zu Buche schlagen können, denn oftmals zieht man für ein Studium in eine andere Stadt. Dem Deutschen Studentenwerk zufolge betrugen die Lebenshaltungskosten lediger Studenten in einem Vollzeitstudium im Sommersemester 2016 monatlich rund 819 Euro6. Da Studenten diese Kosten in der Regel nur zum Teil selbst erwirtschaften können und auch die Eltern nicht immer in Gänze für die anfallenden Kosten aufkommen können, gibt es mehrere Möglichkeiten der Studienfinanzierung. Hierzu zählen neben dem BAföG, der staatlichen Ausbildungsförderung, auch Stipendien sowie Darlehen oder Kredite. Informationen zu den Voraussetzungen und den individuellen Möglichkeiten bietet das zuständige BAföG-Amt7, das Deutsche Studentenwerk8 sowie das Studentenwerk am jeweiligen Hochschulort.
Doch auch für Auszubildende bestehen Finanzierungsmöglichkeiten, sollte man zum Beispiel nicht (mehr) bei den Eltern wohnen können. Dann hat man ggf. Anspruch auf die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)9 der Agentur für Arbeit.

Darüber hinaus besteht natürlich die Möglichkeit, neben dem Studium einem Job nachzugehen, um für ausreichend Money Money Money zu sorgen. Dies kann ein einfacher Studentenjob sein oder aber eine Tätigkeit, die neben dem Verdienst für eine spannende Herausforderung und damit auch Vorbereitung auf das spätere Berufsleben sorgt. Proventus bietet für Studenten die Möglichkeit, in die spannende Welt der Finanzen auf leichtem Wege einzusteigen und dabei auch schon das erste eigene Geld zu verdienen.

 Studieren im Ausland.

Fernweh im Studium
Wer im Studium internationale Erfahrungen sammeln und andere Kulturen kennenlernen möchte, der kann auch einige Semester im Ausland absolvieren. Ebenso wie für Studiengänge in Deutschland gibt es auch für Auslandssemester Fördertöpfe. Neben dem BAföG im Ausland sind hier insbesondere die Europäischen Bildungsprogramme wie ERASMUS10 zu nennen. ERASMUS-Stipendiaten müssen in der Regel an der Partner-Uni keine Studiengebühren zahlen und erhalten zudem eine monatliche Förderung von bis zu 500 Euro11. Und die im Ausland erworbenen Leistungen werden in der Regel an der Heimatuni anerkannt12. Auch der Deutsche Akademische Auslandsdienst13 (DAAD) bietet auf seiner Website zahlreiche Informationen zur Studienfinanzierung im Ausland und zu Stipendien.
Wichtig ist, dass man frühzeitig mit der Planung des Auslandssemesters beginnt, um alle Fristen für Bewerbungen und Finanzierungen einhalten zu können, sodass das Abenteuer Auslandsaufenthalt nicht an der Bürokratie scheitert. Am besten direkt Kontakt zum Akademischen Auslandsamt der Heimathochschule aufnehmen. 

1 https://www.hochschulkompass.de/studium/voraussetzungen-fuer-studium/hochschulzugangsberechtigung/studieren-ohne-abitur.html, Stand 06.01.2018
2 https://www.praktisch-unschlagbar.de/, Stand 06.01.2018
3 https://www.bibb.de/ausbildungplus/de/index.php, Stand 06.01.2018
4 https://www.hochschulkompass.de/home.html, Stand 06.01.2018
5 https://www.hochschulkompass.de/studium/rund-ums-studieren/studienformen/duales-studium.html
6 https://www.studentenwerke.de/de/node/1050, Stand 06.01.2018
7 https://www.studentenwerke.de/de/content/finden-sie-hier-ihr-amt-f%C3%BCr-ausbildungsf%C3%B6rderung
8 https://www.studentenwerke.de/de/content/finanzierungsm%C3%B6glichkeiten
9 https://www.arbeitsagentur.de/bildung/ausbildung/berufsausbildungsbeihilfe-bab
10 http://www.erasmusplus.de/
11, 12 https://www.daad.de/ausland/studieren/stipendium/de/118-das-erasmus-programm-der-europaeischen-union/, Stand 06.01.2018
13 https://www.daad.de/ausland/studieren/de/ 

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